Mütter/​ Väter Berichte – Unsere Tochter war ein absolutes Wunschkind

Eltern die zu Beglei­tun­gen bei mir sind oder waren lade ich ein einen Geburts­be­richt oder die Erfah­run­gen mit ihrem Baby auf­zu­schrei­ben und wenn die Eltern möch­ten die­se Berich­te hier auf der Sei­te zu veröffntlichen.

Die Berich­te wer­den und wur­den von mir nicht zen­siert oder verändert.


Unse­re Toch­ter war ein abso­lu­tes Wunschkind.

Mei­ne Schwan­ger­schaft genoss ich von der ers­ten bis zur letz­ten Minu­te. Bis auf die übli­chen Weh­weh­chen hat­te ich kaum mit Pro­ble­men in der Schwan­ger­schaft zu kämpfen.

In der Woche vor dem Ent­bin­dungs­ter­min emp­fahl mei­ne Frau­en­ärz­tin mir ein Vor­be­rei­tungs­ge­spräch in mei­ner Ent­bin­dungs­kli­nik, da sie das Baby als sehr groß gemes­sen hat­te. Die Kli­nik kor­ri­gier­te das Gewicht etwas nach unten, Emp­fahl aber mit einer Ein­lei­tung nicht län­ger als sie­ben Tage nach ET zu war­ten. Drei Tage nach mei­nem ET wur­de ich mit Ver­dacht auf Gesto­se wie­der ins Kran­ken­haus geschickt, doch der erhöh­te Blut­druck bestä­tig­te sich nicht, sodass ich wie­der nach Hau­se konn­te. Am Frei­tag, sechs Tage nach ET, bekam ich eine Ein­wei­sung ins Kran­ken­haus für die Einleitung.

Doch in der Nacht zu Sams­tag gegen vier Uhr mor­gens set­zen die Wehen ein. Regel­mä­ßig, aber noch in wei­ten Abstän­den. Mor­gens tele­fo­nier­te ich mit der Kli­nik und sie emp­fah­len mir, trotz­dem zu kom­men. Das CTG bei der Auf­nah­me bestä­tig­te, dass die Wehen zu regel­mä­ßig und stark für eine Ein­lei­tung waren. Also wur­de ich erst­mal auf die Sta­ti­on geschickt, damit geschaut wer­den konn­te, wie sich die Situa­ti­on entwickelt.

Nach­mit­tags kamen die Wehen schon in fünf Minu­ten Abstän­den, wäh­rend ich die Flu­re hoch und run­ter lief. Gegen 18 Uhr stell­te der Arzt fest, dass der Mut­ter­mund 3 cm geöff­net war. Ich hat­te star­ke Schmer­zen, sodass man mich in den Kreis­saal ver­leg­te, da man mir dort bes­ser hel­fen konn­te. In Abspra­che mit den Heb­am­men bekam ich dort auch einen Ein­lauf und homöo­pa­thi­sche Medi­ka­men­te. Im Anschluss ging ich in die Bade­wan­ne. Dies tat mir sehr gut, die Wehen­stär­ke und – häu­fig­keit nahm etwas ab, ich ent­spann­te mich. Zwi­schen­durch ver­ließ ich die Bade­wan­ne, da die Wehen aber schlim­mer wur­den, ging ich wie­der zurück baden. Um kurz nach Mit­ter­nacht wur­de ich erneut von den Heb­am­men untersucht.

Der Mut­ter­mund war 6cm geöff­net, aber das Kind senk­te sich lei­der nicht mit dem Kopf ins Becken, es lag sogar falsch. Die Heb­am­men emp­fah­len mir, mich auf die Sei­te zu legen, damit sich das Köpf­chen dreht und doch noch ins Becken ein­tritt. Lei­der habe ich den Tag über fest­ge­stellt, dass ich im Lie­gen sehr star­ke Wehen­schmer­zen bekam, sodass lie­gen für mich kei­ne Opti­on war. Des­we­gen wur­de mir zu einer PDA gera­ten. Ich wil­lig­te ein, da es augen­schein­lich kei­nen ande­ren Weg gab. Der Nar­ko­se­arzt wur­de geweckt und die PDA vor­be­rei­tet. Zu die­sem Zeit­punkt hat­te ich schon alle drei Minu­ten Wehen. Lei­der muss­te der Arzt mehr­mals zuste­chen, er brauch­te ins­ge­samt fünf Versuche.

Zwi­schen­durch kamen natür­lich Wehen und ich muss­te mich stark kon­zen­trie­ren, da ich mich nicht bewe­gen durf­te. Ich wur­de auf­ge­for­dert, mich sogar mehr zu ent­span­nen, da mei­ne Mus­ku­la­tur zu ver­krampft sei. Ich ver­such­te alles so gut wie mög­lich zu befol­gen. Dann hör­te ich auch noch, wie der Nar­ko­se­arzt sag­te: „Kann sich jemand um den Mann küm­mern, der kippt glau­be ich gleich um.“ Trotz allem ver­such­te ich, mich zu ent­span­nen und dann saß die PDA endlich.

Mei­nem Mann ist auch nichts pas­siert, er wur­de recht­zei­tig auf ein Sofa gesetzt. Dies war der Zeit­punkt, wo ich das Gefühl hat­te, mir wur­de die Geburt aus der Hand genommen.

Ich muss­te mich hin­le­gen und ich spür­te weder die Wehen noch mein Kind mit der PDA. Ich sah nur auf dem CTG und anhand der anspan­nen­den Bauch­de­cke, dass ich Wehen haben müss­te. Nun lag ich da und war­te­te und war­te­te. Es gab nichts, was ich tun konn­te. Mor­gens um sechs kurz vor dem Schicht­wech­sel stell­te man fest, dass der Mut­ter­mund voll­stän­dig geöff­net war, aber das Kind immer noch nicht in das Becken ein­ge­tre­ten war. Nach dem Schicht­wech­sel unter­such­te mich die neu ein­ge­trof­fe­ne Heb­am­me und öff­ne­te die Furcht­bla­se. Manch­mal wür­de die Frucht­bla­se ein Ein­tre­ten ins Becken behin­dern. Sie sag­te, wir war­ten jetzt noch zwei Stun­den und wenn sich dann nix getan hat, wird ein Kai­ser­schnitt veranlasst.

Ich brach in Trä­nen aus, da ich vor einem Kai­ser­schnitt wahn­sin­ni­ge Angst hat­te. Die gan­ze Anspan­nung und War­te­rei der letz­ten Nacht ent­lu­den sich schlag­ar­tig. Die Heb­am­men­schü­le­rin, die mich beglei­te­te, beru­hig­te mich und erklär­te mir alles in Ruhe. Wie der Kai­ser­schnitt ablau­fen wür­de, was mit mir und mei­nem Kind pas­siert. Ich beru­hig­te mich lang­sam und wartete.

Nach einer Stun­de stell­te die Heb­am­me fest, dass es tat­säch­lich so aus­sieht, als wür­de sich das Köpf­chen sen­ken. Ich hät­te noch Tage gewar­tet, wenn sich dadurch ein Kai­ser­schnitt ver­hin­dern ließe.

Eine Stun­de spä­ter bestä­tig­te sich der Ein­druck lei­der nicht. Der Ober­arzt kam, unter­such­te mich und ver­an­lass­te wegen Geburts­still­stand den Kai­ser­schnitt. Es war inzwi­schen nach zehn Uhr mor­gens. Es kamen jede Men­ge Leu­te in den Raum und berei­te­ten mich auf den Kai­ser­schnitt vor.

Eine Anäs­the­sis­tin klär­te mich über die Risi­ken auf, ein zwei­ter sprit­ze die PDA auf. Heb­am­men bet­te­ten mich um und scho­ben mich in den OP. Dort wur­de ich wei­ter mit Elek­tro­den und ande­ren Sachen zuge­klebt. Ich hat­te sehr viel Angst, beson­ders als der Ober­arzt mit einer Pin­zet­te tes­te­te, ob ich noch was mer­ke und ich es tat­säch­lich gespürt hat­te. Aber der Kai­ser­schnitt an sich ver­lief gut. Um 10:58 Uhr leg­te der Arzt mir mei­ne Toch­ter auf die Brust. Zwar hin­ter den Vor­hang, aber sie war bei mir. Und es ging ihr gut. Sie wur­de kur­ze Zeit spä­ter von den Kin­der­ärz­ten in den Neben­raum mit­ge­nom­men und unter­sucht. Ich konn­te sie die gan­ze Zeit sehen. Dann wur­de sie auf mei­ne Brust unter einen Wär­me­fön gelegt. Wir sahen uns das ers­te Mal in die Augen.

Als mein Mann sprach, der die gan­ze Zeit an mei­nem Kopf hin­ter mir geses­sen hat, such­te sie die ihr bekann­te Stim­me, es war ein schö­ner Moment. Nach ein paar Minu­ten bekam mein Mann mei­ne Toch­ter auf den Arm und bei­de gin­gen zurück in den Kreis­saal, wäh­rend ich zuge­näht wur­de. Als ich zurück in den Kreis­saal gescho­ben wur­de, zit­ter­te ich am gan­zen Kör­per unkon­trol­liert und hef­tig. Mir war furcht­bar kalt, aber ich war erleich­tert, dass es mei­ner Toch­ter und auch mir den Umstän­den ent­spre­chend gut ging.

Die Geburt spuk­te noch meh­re­re Wochen in mei­nem Kopf rum und beschäf­tig­te mich. Ger­ne hät­te ich eine natür­li­che Geburt gehabt. Ich war ent­täuscht und frus­triert und fra­ge mich bis heu­te, ob eine län­ge­re War­te­zeit am Ende doch zu einer natür­li­chen Geburt geführt hät­te. Eine genaue Ursa­che des Geburts­still­stan­des wur­de nicht gefun­den, mei­ne Toch­ter war weder beson­ders dick, noch war die Nabel­schnur zu kurz. Es lässt sich nicht mehr ändern, doch wer­de ich immer mit Weh­mut und Ent­täu­schung an die Geburt zurückdenken.

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