Mütter/​ Väter Berichte – Die Geburt unseres Sohnes

Eltern die zu Beglei­tun­gen bei mir sind oder waren lade ich ein einen Geburts­be­richt oder die Erfah­run­gen mit ihrem Baby auf­zu­schrei­ben und wenn die Eltern möch­ten die­se Berich­te hier auf der Sei­te zu veröffntlichen.

Die Berich­te wer­den und wur­den von mir nicht zen­siert oder verändert.


Die Geburt unse­res Sohnes

Alles begann mit einem ungu­ten Gefühl am 27.12.2017. Abends im Bett dach­te ich, irgend­was stimmt nicht und weck­te mei­nen Mann. Ich sag­te ihm das ich mich nicht gut füh­le und ins Kran­ken­haus fah­re. Da ich davon aus­ge­gan­gen bin, das ich schnell wie­der zu Hau­se bin sag­te ich ihm er sol­le im Bett bleiben.

Von die­ser Idee hielt er jedoch gar nichts und stand auf. Mit gepack­ter Tasche fuh­ren wir ins Kran­ken­haus. Wir mel­de­ten uns an und es ging zum CTG. Wehen hat­te ich zu die­sem Zeit­punkt kei­ne und nach dem Gespräch mit der Ärz­tin, stell­te sich her­aus das mei­ne Schmer­zen vom Nie­ren­stau kamen, an dem ich schon län­ge­re Zeit litt.

Auf­grund der Schmer­zen wur­de ich sta­tio­när auf­ge­nom­men. Die Ärz­tin woll­te am nächs­ten Mor­gen abklä­ren ob die Geburt ein­ge­lei­tet wer­den soll. Als die­se Wor­te fie­len, bekam ich ein ungu­tes Gefühl und Angst mach­te sich breit.

Nach­dem die Schwes­ter mich in Emp­fang genom­men hat und mir ein Schmerz­mit­tel ver­ab­reicht wur­de, fuhr mein Mann nach Hau­se. Nach einer unru­hi­gen Nacht, mit wenig Schlaf trat das ein was die Ärz­tin sag­te. Die Geburt wur­de ein­ge­lei­tet. Ich bekam mei­nem „Cock­tail“ und ich infor­mier­te mei­nen Mann, der auch wenig spä­ter im Kran­ken­haus eintraf.

Da mir die Schwes­tern sag­ten, dass es dau­ern wird bis der „Cock­tail“ wirkt beschlos­sen wir, ein Stück zu gehen und fri­sche Luft zu schnap­pen. Vor dem Ein­gang des Kran­ken­hau­ses ange­kom­men, wur­de mir auf ein­mal rich­tig schlecht und ich muss­te mich über­ge­ben. Nach­dem alles raus war mach­ten wir uns sofort wie­der auf den weg nach oben zur Station.

Auf dem Weg dort­hin bekam ich auf ein­mal wie­der Schmer­zen und ich konn­te mich kaum noch bewe­gen. Auf dem Zim­mer ange­kom­men, infor­mier­te mein Mann die Schwes­ter über mei­ne Lage. Nach einem kur­zen Gespräch mit ihr, beschloss sie im Kreiß­saal anzu­ru­fen. Da die Schmer­zen immer schlim­mer wur­den, war ich nicht in der Lage das kur­ze Stück von der Sta­ti­on rüber zum Kreiß­saal aus eige­ner Kraft zu schaf­fen, so das die Schwes­ter beschloss mich mit dem Bett rüber zu fahren.

Im Kreiß­saal ange­kom­men nahm das ungu­te Gefühl noch wei­ter zu. Ich fühl­te mich nicht wohl und das lag nicht nur dar­an das ich mit dem Bett mit­ten im Gang „geparkt“ wur­de. Wie sich lei­der zei­gen soll­te hat mich mein Gefühl nicht getäuscht. Die Schmer­zen wur­den immer hef­ti­ger doch eine Heb­am­me war
erst ein­mal nicht zu sehen.

Nach etwa 10 Minu­ten, die sich für mich bzw.uns wie eine Ewig­keit anfühl­ten, kam end­lich jemand. Begrüsst wur­den wir von der Heb­am­me mit den net­ten Wor­ten: „ Wie­so kommt DIE denn mit dem Bett? Jetzt muss ich die da raus holen und ich hab es eh schon im Rücken!“ Die gute Dame hielt es weder für nötig uns zu begrüs­sen, noch sich vor­zu­stel­len. Geschwei­ge denn auch nur im Ansatz zu ver­su­chen mir die Angst zu neh­men, oder zu fra­gen wie es mir geht.

Ab hier nam das Dra­ma dann sei­nen Lauf. Wider­wil­lig mach­te sie ihren Job und brach­te uns in ein Zim­mer. Dort ange­kom­men soll­te ich aus dem Bett her­aus und auf das Geburts­bett. Hil­fe von der Dame mit Rücken­schmer­zen war dabei nicht zu erwar­ten und kam auch nicht, so das mein Mann es übernahm.

Schlecht gelaunt und grum­melnd ver­ließ die Heb­am­me mit den Wor­ten „Ich komm gleich wie­der“, das Zim­mer. Mei­ne Angst stieg immer wei­ter. Gleich­zei­tig mach­te sich aber auch Wut in mir breit. Schliess­lich war es unser ers­tes Kind und wir wuss­ten abso­lut nicht was auf uns zu kommt. Da kann man eine sol­che Heb­am­me rich­tig gut gebrauchen.

Nach etwa wei­te­ren 10 bis 15 Minu­ten bekam ich end­lich was gegen die Schmer­zen und das CTG wur­de ange­schlos­sen. Gott sei Dank nicht von der Dame mit Rücken­be­schwer­den. Nach­dem das Schmerz­mit­tel wirk­te, konn­ten wir uns etwas beru­hi­gen. Wehen waren nur leich­te auf dem CTG zu sehen, also ver­such­ten wir das bes­te aus der Zeit zu machen. Da sich „nichts“ tat beschloss ich mei­nen Mann gegen 18 Uhr noch ein­mal nach Hau­se zu schicken.

Schliess­lich konn­te er nicht wirk­lich was tun und hat­te auch nicht viel geschla­fen. Viel­leicht habe ich geahnt das wir noch viel Kraft brau­chen wer­den und woll­te des­we­gen das er sich noch etwas aus­ruht. Nach­dem im Lau­fe der Zeit die Wehen stär­ker wur­den, kam gegen 21 Uhr der zustän­di­ge Arzt für die PDA. Im Schlepp­tau die Heb­am­me mit Rücken­schmer­zen und einen Assis­ten­ten. Mei­ne Begeis­te­rung hielt sich in Grenzen.

Schein­bar waren alle nicht Men­schen der vie­len Wor­te, denn auch der Arzt bekam nur raus: „So ich bin jetzt da. Wir legen jetzt die PDA.“ Wie sich her­aus stel­len soll­te war der gute Mann ein Meis­ter sei­nes Fachs. Ich soll­te einen Kat­zen­bu­ckel machen damit er die Nadel set­zen kann. Dies ist natür­lich ein leich­tes für eine Frau mit Baby­bauch. Nach­dem man merk­te das ich es nicht schaf­fe eine Buckel zu machen, ver­such­te die Dame mit Rücken­schmer­zen mir zu „hel­fen“ indem sie mich nach vor­ne run­ter drückte.

Die­se „Hil­fe“ war in den ers­ten bei­den Ver­su­chen erfolg­los. Sprich zwei­mal gesto­chen, kei­ne PDA. Der Arzt woll­te einen drit­ten Ver­such star­ten und ich frag­te die Heb­am­me ob sie mir noch ein­mal hel­fen wür­de einen Buckel zu machen. Schliess­lich woll­te ich das die PDA end­lich sitzt. Ihre Ant­wort dar­auf war: „ Das schaff ich mit mei­nem Rücken nicht mehr.“

Mir blieb also nichts ande­res übrig als es allei­ne zu ver­su­chen. Geschafft habe ich es natür­lich nicht und nach ins­ge­samt fünf Sti­chen hat der Arzt auf­ge­ge­ben. Er gab mir noch zu ver­ste­hen das es mei­ne Schuld sei das es nicht funk­tio­niert. Er sag­te: „ Du kannst kei­nen Kat­zen­bu­ckel machen, also hast du jetzt Pech gehabt.“ Der Assis­tent frag­te mich dann noch wie lang ich denn schon Wehen hät­te. Als ich ihm acht Stun­den sag­te, bekam ich zur Ant­wort: „Ach, das geht doch noch.“ In die­sem Moment wäre ich am liebs­ten aus­ge­flippt und dach­te nur, du Blöd­mann liegst ja auch nicht hier!

Unvoll­rich­te­ter Din­ge ver­lies­sen alle das Zim­mer. Wenig spä­ter kam mein Mann zurück. Als er das Zim­mer betrat hör­te ich nur, das gleich noch­mal ver­sucht wird die PDA zu legen. Wütend rief ich von der Toi­let­te aus das die­ser Idi­ot bloß abhau­en soll! Mein Mann sag­te mir das ein ande­rer Arzt kom­men wird. Kur­ze Zeit spä­ter kam eine Ärz­tin von der Intensivstation.

Ihre Lau­ne war nicht die bes­te, jedoch sag­te sie mir das es nichts mit mir zu tun hat. Sie schau­te sich das Werk ihres Kol­le­gen an und sag­te ich bin sofort zurück. Sie ver­liess das Zim­mer und durch die halb geschlos­se­ne Tür hör­te man, wie sie ihren Kol­le­gen zur Sau macht. Sie kam zurück und brach­te nach zwei Sti­chen das zu Ende, was ihr Kol­le­ge mit fünf nicht geschafft hat.

Die PDA saß end­lich und auch die Heb­am­men hat­ten Schicht­wech­sel. Nach­dem man mir kurz erklär­te wie ich im Fal­le von star­ken Schmer­zen etwas nach­sprit­zen kann, ließ man uns erst­mal allei­ne. Nach­dem die PDA wirk­te sind wir immer mal wie­der ein­ge­schla­fen. Gegen 03:00 ging es dann auf ein­mal rich­tig los. Die Wehen wur­den immer stär­ker. Der Mut­ter­mund war jedoch nicht weit genug geöff­net. Nach­dem es immer wie­der hiess, wir war­ten noch, dreh­te sich die Mei­nung der Heb­am­men nach ca. einer Stun­de kom­plett. Auf ein­mal hiess es, so lang­sam müs­sen wir aber. Also soll­te ich in den vier­füß­ler Stand. Kei­ne Minu­te in die­ser Posi­ti­on merk­te ich schon, das die­se von den Schmer­zen her nicht aus zu hal­ten war. Ich sag­te das ich es so nicht aus­hal­te. Die Heb­am­me inter­es­sier­te das wenig und die ver­liess mit den Wor­ten: „Das müs­sen sie aber, wenn’s nicht geht klin­geln sie,“ das Zim­mer. Die Tür war kaum zu, da sag­te ich mei­nem Mann er soll die Heb­am­me sofort zurück holen.

Er klin­gel­te und sie kam. Sie woll­te noch immer das ich in die­ser Posi­ti­on blei­be. Let­zend­lich konn­te ich sie aber doch davon über­zeu­gen dass es nicht geht. Sie woll­te die dienst­ha­ben­de Ärz­tin infor­mie­ren und wir waren wie­der allei­ne. Nach ein paar Minu­ten kam die Ärz­tin mit zwei Hebammen.

Mir wur­de wie­der nahe gelegt das lang­sam was pas­sie­ren muss. Die Ärz­tin unter­such­te mich erneut. Wie ich im Nach­hin­ein durch mei­nen Mann erfah­ren habe, stach sie bei die­ser Unter­su­chung die Frucht­bla­se auf. Ich frag­te noch was das gera­de war aber bekam nur zur Ant­wort : „Nichts.“ Die Wehen wur­den immer hef­ti­ger und auf ein­mal wur­de es total stres­sig und hek­tisch im Raum.

Sowohl die Ärz­tin als auch die Heb­am­men ver­mit­tel­ten kein Gefühl der Beru­hi­gung, son­dern ein Gefühl der Panik. Wie­der soll­te ich in den Vier­füß­ler Stand. Unser Sohn war auf dem Weg. Die Ärz­tin wur­de immer hektischer.

Wie­der soll­te ich die Posi­ti­on wech­seln. Auf dem Rücken lie­gend war der Kopf schon raus, jedoch hing der klei­ne an der Schul­ter fest. Wie­der wur­de ich in eine ande­re Posi­ti­on gebracht. Der Stress und die Hek­tik nah­men immer mehr zu. Wie­der soll­te ich auf den Rücken und nach unend­li­chen Minu­ten war der klei­ne auf der Welt.

Die Hek­tik jedoch ließ nicht nach. Man hör­te kei­nen Schrei. Wort­los wur­de unser Sohn ins Neben­zim­mer gebracht und wir waren wie­der allei­ne. Ich frag­te mei­nen Mann war­um unser Kind nicht schreit und er ver­such­te mich zu beru­hi­gen. Angst mach­te sich bei uns bei­den breit.

Infor­ma­tio­nen oder auch nur jemand der bei uns ist, Fehl­an­zei­ge. Wir blie­ben minu­ten­lang allein im Zim­mer. End­lich öff­ne­te sich die Tür und mein Mann durf­te zu unse­rem Sohn. Jetzt hör­te man auch ein Schrei­en. Im Neben­zim­mer waren zwei Schwes­tern der Kin­der­in­ten­siv­sta­ti­on. Die sag­ten mei­nem Mann das der klei­ne die Nabel­schnur zwei­mal um den Hals und zu viel Flüs­sig­keit in der Lun­ge hatte.

Sie nah­men den klei­nen zur Beob­ach­tung mit und man sag­te uns wir könn­ten ihn Nach­mit­tags wahr­schein­lich wie­der abho­len wenn sich die Lage ver­bes­sert hat. Wir wur­den in ein ande­res Zim­mer gebracht. Wir hat­ten Angst um unser Kind und mach­ten uns Sor­gen. Infor­ma­tio­nen gab es wie­der mal kei­ne. Nach ca. zwei Stun­den ohne Infos oder ähn­li­chen Bei­stand, kam auf ein­mal eine Schwes­ter ins Zimmer.

Auf dem Arm unse­ren Sohn. Er hat­te sich sta­bi­li­siert und nach vier Stun­den „nichts wis­sen“ hielt ich zum ers­ten mal mein Kind im Arm.

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